EIN ALTER MENSCH IST EIN SCHATZ
…voller Geschichten, Erinnerungen, Empfindsamkeit, Erfahrungen und Weisheit

Unsere Eltern und Großeltern werden oft auf Grund unserer guten Lebensumstände älter als Generationen vorher. Es ist sehr bedauerlich, dass häufig Erkrankungen, wie Schlaganfälle, Tumore, Parkinson, Demenz und andere schwere Erkrankungen den Betroffenen und ihren Angehörigen das Leben schwer machen.

Logopädie kann helfen, die Beschwerden der Betroffenen zu lindern oder geeignete Hilfsmittel zu finden. Ziel der Behandlung ist, trotz bestehender Einschränkungen, die bestmögliche Situation herzustellen, um den Menschen die Teilhabe am sozialen Leben zu ermöglichen.

Bei vielen (neurologischen) Erkrankungen ist Logopädie sehr wirkungsvoll. Am häufigsten wird Logopädie bei Erwachsenen mit folgenden Diagnosen angewendet:
  • Aphasie (Sprachstörung - der Patient hat Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden oder bei der Satzbildung oder spricht Wörter unverständlich aus)
  • Dyslexie und Dysgraphie (Störung des Lesens und des Schreibens)
  • Dysarthrie (Sprechstörung - die Stimme des Patienten hat sich verändert oder/und die Aussprache klingt verwaschen oder/und das Sprechtempo ist zu schnell bzw. zu langsam)
  • Dysphagie (Schluckstörung - der Patient darf nicht essen oder verschluckt sich bei der Nahrungsaufnahme, hat ein Fremdkörpergefühl im Hals, Speisereste im Mund, kann bestimmte Nahrung nicht essen)
  • Hemiparese/Facialisparese/Hypoglossusparese (Lähmung - zB. der Zunge oder einer Gesichtshälfte)
  • Sprechapraxie (Sprechstörung - der Patient hat oft keine Schwierigkeiten, Wörter zu finden, kann sie aber manchmal nicht aussprechen, macht Suchbewegungen mit Lippen und Zunge), spricht oft abgehackt und langsam
  • Stimmstörungen (der Patient ist ständig heiser oder hat keine Stimme)
  • Stottern (auch durch neurologische Erkrankungen kann Stottern verursacht werden)

Der Praxisalltag zeigt, dass sich die betroffenen Menschen und ihre Angehörigen oft alleingelassen fühlen mit der Problematik. Der Betroffene selbst hat oft gar nicht die erforderliche Mobilität oder sprachliche Ausdrucksmöglichkeit um sich erforderliche Hilfe zu organisieren. Abhilfe können nur verständnisvolle Angehörige oder Pflegekräfte schaffen. Fragen Sie den Hausarzt des Patienten, ob Logopädie eine Möglichkeit wäre, den Angehörigen oder Bewohner bei seiner Krankheitsbewältigung zu unterstützen.

Vera Wachwitz (Dipl. -Sprachwissenschaftlerin)